Mittwoch, 21. April 2010

Die Neturei Karta trauerte

B"H


Die antizionistische Neturei Karta / Jerusalem machte, wie jedes Jahr am israelischen Unabhängigkeitstag ihren Standpunkt mehr als klar:
Wir müssen warten bis der Meschiach kommt und ansonsten ist der jetzige Staat Israel eine einzige G - tteslästerung.

Ich mag deren Sackumhänge ! Weiss jemand, wo man soetwas herbekommt ?






Alle Photos HIER !

Sonntag, 18. April 2010

Die Rettung des Belzer Rebben Aharon Rokeach vor den Nazis

B"H

"Rescuing the Belzer Rebbe" ist ein bekanntes Buch in englischer Sprache. Es beschreibt die Rettung und Flucht des ehemaligen Belzer Rebben Aharon Rokeach vor den Nazis. Hier gibt es das Buch ONLINE und umsonst zu lesen !

Rebbe Aharon war der Onkel des jetzigen Rebben Yissachar Dov Rokeach.

Tisch in Belz

B"H


Am vergangenen Erev Schabbat (Freitag abend) tat ich etwas, was ich zuvor noch niemals gemacht habe: Ich nahm zwei Leute mit zum Tisch des Rebben der chassidischen Gruppe Belz in Jerusalem. Bei einer der zwei handelte es sich um eine Blogleserin aus Deutschland, welche über die Belzer Research betreibt.


Zuvor jedoch gingen wir zum Schabbatessen bei Rabbi Mordechai Machlis. Aufgrunddessen, dass der Rabbi relativ spät beginnt, konnten wir nur einen Teil der "Show" miterleben und waren gezwungen, eher zu gehen, denn wir wollten pünktlich bei den Belzern sein.


Der Gang von den Machlises bis zur Belzer Synagoge dauert ungefähr eine halbe Stunde. Das Wetter war frühlingshaft warm und wir Drei genossen den Abendspaziergang gegen 22.30 Uhr. Unzählige Haredim (Ultra - Orthodoxe) unternahmen ihren familiären Abendspaziergang und so bekamen wir viel von der Atmosphäre mit. Die Bar Ilan Street sowie die Straße an der Synagoge der Chassidut Chernobyl und den zwei der Chassidut Satmar war voll mit Haredim. Weiter ging es zur Kreuzung Kiryat Zanz (Chassidut Zanz - Klausenburg) - Kiryat Belz.
Von allen Richtungen der Umgebung ist die riesige Belzer Synagoge zu erblicken. Ein übermächtiger Bau, welcher 7000 Menschen fasst und stets erweitert wird.
Die Belzer mögen es nobel und so schaut ihr Stadtteil aus: sauber und durchorganisiert. Übrigens findet man denselben Anblick bei den Vishnitzer Chassidim in Kiryat Vishnitz / Bnei Brak.


Der Tisch des Rebben Yissachar Dov Rokeach findet nicht in der Synagoge selbst statt, sondern nebendran im Untergeschoss. Als wir ankamen, machte der Rebbe gerade "Kiddusch - Segnung des Weines", wobei er seinen Tallit (Gebetsmantel) über seinen Kopf und den sich darauf befindenden Streimel (traditionelle chassidische Pelzmütze) gezogen hatte. Dies schaute mehr als imposant aus.


Die Ezrat Nashim (Frauenempore) war noch nicht besonders gefüllt, was sich jedoch kurz darauf ändern sollte. Die Belzer Rebbitzen sitzt stets auf einer Art Bühne und sie liebt es, außergewöhnlich hohe Hüte zu tragen. Am Freitag abend trug sie einen riesigen blauen Hut.


Bei den Belzer ist alles von vorne bis hinten durchorganisiert und nichts wird dem Zufall überlassen. Einige Hundert Chassidim hatten sich versammelt und zusätzlich eine erstaunliche Anzahl von Gästen. Der Tisch des Belzer Rebben ist ein beliebtes Ziel israelischer Tourgruppen freitags abends.


Vor dem Kiddusch ist der Rebbe erstaunlich lange in seinem Gebet vertieft und es muss absolute Ruhe herrschen. Niemand darf es wagen zu reden oder es erfolgt ein lauter Ausruf zur Ruhe.


Insgesamt dauert der Tisch zwei Stunden, doch nach einer Stunde sind wir gegangen. Zu müde von der Arbeit innerhalb der Woche. Allerdings waren wir Drei uns einig: Es war ein toller Ausflug mit vielen Erlebnissen sowie einer unbeschreiblichen Atmosphäre gewesen.


Am nächsten Schabbat werde ich wieder in Mea Shearim (einer von Jerusalem's ultra - orthodoxen Stadtteilen) sein.




Die Belzer Synagoge in Jerusalem


Donnerstag, 15. April 2010

Die Hitbodedut des Chatam Sofer

B"H

Rabbi Moshe Sofer, der "Chatam Sofer" wurde im Jahre 1762 in Frankfurt geboren und verstarb im Jahre 1839 in Pressburg (heute Bratislava). Er gründete die berühmte Yeshiva zu Pressburg, von der wir heutzutage einen Ableger in Jerusalem sehen: Im haredischen (ultra - orthodoxen) Stadtteil Givat Shaul.

Der Chatam Sofer kommentierte ausgiebig zur Thora sowie zum Talmud. Er verfasste zahlreiche halachische Werke und dank seines rigorosen Einsatzes blieb das Reformjudentum der Stadt Pressburg (Bratislava) fern. Ein direkter Nachfahre von ihm, Rabbi Yochanan Sofer, leitet die Chassidut Erloi. Dabei war der Chatam Sofer selbst litvischer Jude und keineswegs chassidisch. Zu Pessach, zum Beispiel, aß er "Gebrochts"; Mazzeknödelsuppe. Ansonsten essen Chassidim keinerlei "Gebrochts - Mazze zusammengekocht mit Flüssigem" an Pessach wie die litvischen Haredim. Ferner war der Chatam Sofer berühmt für seine Ideologie, jegliche Neuerung in Bezug auf die Thora abzulehnen. Jegliche Innovation der an der Thora wurde von der Thora selbst verboten.


Der Chatam Sofer hatte den Minhag (Brauch) jeden Freitag abend den Thorakommentar des Ramban (Nachmanides) zu lernen. Dau begab er sich allein in sein Arbeitszimmer und niemandem war es erlaubt dabeizusein. Auch seine besten Studenten durften den Raum nicht betreten.

Eines Tages trafen sich einige der Studenten und beschlossen, dass einer von ihnen sich im Arbeitszimmer des Chatam Sofer verstecken solle, bevor dieser das lernen am Freitag abend beginnt. Gesagt, getan und am folgenden Freitag schlich sich einer der Schüler ins Arbeitszimmer und versteckte sich hinter dem Vorhang. Der Chatam Sofer bemerkte nichts und begann mit dem Parashastudium.

Plötzlich war der ganze Raum mit einem dermassen intensiven Licht ausgefüllt, dass es dem Studenten schwer fiel, seine Augen aufzuhalten. Mit solch einer Intensität lernte der Rabbi, dass das ewige und erste Licht der Thora (welches am ersten Tag erschaffen und danach von G - tt verborgen worden war) zu scheinen begann.
Der Student bekam es mit der Angst zu tun und der Chatam Sofer wurde sich dessen bewusst, dass da ein Störenfried im Raume war. Er entdeckte den Übeltäter und schmiss ihn hinaus.

________________

Hitbodedut = Sich allein an einen Ort zurückziehen, um mit G - tt zu kommunizieren.

Mittwoch, 14. April 2010

Yahrzeit von Rabbi Menachem Mendel von Vitebsk


Vitebsk in Weissrussland, ca. 1910.
40 % der Stadtbevölkerung waren Juden.



Heute und morgen (Donnerstag) feiern wir Rosh Chodesh Iyar (den beginn des neuen jüdischen Monat Iyar). Dieser Rosh Chodesh beinhaltet ebenso die Yahrzeit (Todesgedenktag) des berühmten chassidischen Rabbi Menachem Mendel of Vitebsk.

Sonntag, 11. April 2010

Chassidut Chernobyl

B"H


Der Grund, warum ich bisher kaum einmal von der chassidischen Gruppe Chernobyl berichtet habe, ist einfach: Chernobyl ist kompliziert. Allein die Twerski Familie (des Rebben) ist riesig und wer soll sich bei den Verwandtschaftszusammenhängen noch auskennen, wenn man nicht in die chassidische Gesellschaft hineingeboren ist ?


Ferner hat Chernobyl einige Ableger, sprich die Söhne der Rebben gründeten ihre eigenen chassidischen Gruppen wie Rachmastrivka oder Skver, zum Beispiel.


Eine Bekannte von mir heiratet gleich nach Schavuot einen Chassid der Chassidut Chernobyl. Sie erzählte mir, dass die Rebbitzen der Chassidut Kretchnif (Jerusalem), mit der ich ab und zu Kontakt habe, eine Verwandte des Chernobyler Rebben sei. Ich vergass alllerdings, ob es sich um die Tochter oder die Schwester handele.


Der Chernobyler Rebbe gibt regelmässige Tishe. Nach Pessach jedoch meist in seiner Beit Midrash in Bnei Brak und nicht unbedingt in Jerusalem.


Chernobyl ist wahrscheinlich den meisten aufgrund des Atomreaktorunfalls in den 80iger Jahren bekannt. Was weniger geläufig sein mag ist die Tatsache, dass der Ort einmal eine wichtige Anlaufstädte des chassidischen Lebens war. Genannt sei nur einer der berühmtesten Schüler des Baal Shem Tov: Rabbi Nachum von Chernobyl.

Ein Schlüssel auf der Challah

B"H


Als ich am Schabbat in Mea Shearim (einer der ultra - orthodoxen Stadtviertel Jerusalems) eingeladen war, lernte ich von meinen Gastgebern einen neuen chassidischen Brauch, der mir bis dahin völlig unbekannt war:


Am Schabbat nach Pessach wird auf einer der Challot (Schabbatbrote) ein extra Zusatz aus dem Brotteig aufgebacken. Und das in der Form eines Schlüssels. Dieser Schlüssel wird auf die Challah gebacken und repräsentiert das "Tor zum Einkommen für ein neues Jahr". Die entsprechende Familie soll über einen ausreichenden Lebensunterhalt verfügen. Auch bei Chabad wird dieser Brauch eingehalten.


Der Teigschlüssel wird nicht aufgehoben, sondern mit der Challah gegessen.