B"HMan kann geteilter Meinung sein.
"Outreach - Kiruv - Juden näher ans Judentum heranführen" ist sicherlich eine gute Sache. Nicht mit Zwang, aber docht mit ein paar Argumenten und interessanten Themen zur Religion. Nicht jeder muss gleich wer weiss wie religiös oder überhaupt "frum" werden. So mancher Outreach - Rabbi sieht seine Aufgabe schon vollfüllt, wenn säkulere Juden zumindest Juden und keine Nichtjuden heiraten.
In Israel macht sich seit Jahren ein regelrechter "Outreach - Boom" breit. Zugegeben, meine Sites sind vielleicht auch etwas Outreach. Zumindest in der Beziehung, dass ich versuche, das relig. jüd. Leben verständlicher zu machen und Religionsthemen anspreche, die nicht gerade so geläufig sind.
Ehemalige Bekannte von mir meinten vor Jahren, mich zu Rabbi Amnon Yitzchak schleifen zu müssen. Der in Israel lebende jemenitische Jude (in Israel werden sämtliche Juden in Herkunftsländer unterteilt) ist fast weltweit bekannt für seine feurigen Reden zum Judentum. Wer ihn höre, der denkt nicht viel, sondern bekommt ein Gefühl, das "Licht gesehen zu haben". Entweder kommt man auf den Weg der Religion oder bekommt wenigstens einen gehörigen CHIZUK (Stärkung im Glauben).
Das Schleifenwollen meiner Bekannten hatte keinen Erfolg und wir zofften uns sogar. Ich gab an, dass Amnon Yitzchak nicht ganz auf meiner Linie liegt. Kann sein, dass ich ein klein wenig Rambam (Maimonides) bin und etwas Intelligenz suche.
Bei Rabbi Amnon zumindest muss man nicht gerade sein Hirn einschalten. Viele Leute mögen das und betrachten ihn als einen "Zaddik - Gerechten", andere, wie ich, sehen ihn eher als einen predigenden Wirtschaftszweig. Natürlich tut er Gutes, wenn er Juden näher an ihre eigene Religion heranführen will. Dennoch, Business steckt auch dahinter. Bücher und CDs werden zu Hauf verkauft. Rabbi Amnon, der Popstar. Er bereist die Welt und ich bin mir nicht sicher, wie er kommuniziert. Wahrscheinlich über Dolmetscher.
Eine CD jedenfalls reichte mir. Dort sprach er von Wassermelonen mit und ohne Kerne. Die Kerne würden stören und dann verglich er eben diese Kerne mit den Haredim in der Gesellschaft, denn die stören ja offenbar auch.
Das war alles, was ich hörte und ich stellte ab. Nicht mein Fall.
Wer aber Rabbi Amnon Yitzchak lauschen will, der kann dies jetzt auch in Argentinien tun ! In Israel füllt er schon einmal ein Fussballstadion für 20 Schekel (ca. 4 Euro) Eintritt. Meist mit sephardischen Juden.
Ehrlich gesagt, da ziehe ich selbst noch Chabad vor. Aber das ist ja nur meine persönliche Meinung.:-)

