Dienstag, 26. Mai 2009

Positive & Negative Berichterstattung

B"H

Wer sich in der chassidischen Blogwelt (eigentlich betrifft dies fast nur englischsprachige Blogs) umschaut, der findet Berichte, die von großen Rebbes oder Chassidim erzählen. Nicht weniger Blogger beschränken sich dabei auf die großartigen Taten, die Keduscha (Heiligkeit), welche die Personen umgibt - kurz gesagt Berichte, die ein perfektes Leben schildern.

Manchmal komme ich mir beim Lesen dieser Blogs wie ein Verräter und dann wieder als Realist vor. Verräter deswegen, weil man vielleicht nur die gute Seite der Chassidut beschreiben sollte. Negatives gibt es eh schon genügend zu lesen und sollten wir nicht zur Abwechselung auch einmal das Positive hervorheben ? Weiterhin sollte man vermeiden, auf allem negativen herumzupicken und nur das zu sehen ?

Realist bin ich wohl eher deswegen, weil ich nicht davonschwebe, sobald ich einen chassidischen Rebbe sehe. Letzten Sommer stand ich nur ganz wenige Meter vom Rebben der Chassidut Nadvorna (Bnei Brak) entfernt und am letzten Freitag abend (Erev Schabbat) als ich mit einer Freundin auf dem Weg zur Synagoge der Chassidut Ruzhin - Boyan war, überholte uns auf der Straße deren Rebbe, der ebenfalls auf dem Weg in die Synagoge war. Und ich fiel nicht vor lauter Ehrfurcht in Ohnmacht.

Einmal aber erwischte es mich fast doch (nicht unbedingt die Ohnmacht, sondern eher ein Gefühl der Keduscha) als ich auf der Straße am Rebben der Kretchnifer Chassidim vorbei ging.
Nichtsdestotrotz bleibe ich auf dem Boden und in meinen Blogs berichte ich genauso über die Schattenseite, die es in jeder Gesellschaft nun einmal gibt. Die haredische (ultra - orthod.) bzw. die chassidische Welt bilden da keine Ausnahmen.

2 Kommentare:

Welpe Baumgarten hat gesagt…

Gut so. Schliesslich sind wir alle am Ende doch nur Menschen... und uebertriebener Personenkult war mir eh schon immer suspekt.

Miriam Woelke hat gesagt…

B"H

Ich berichtete schon vor einiger Zeit, dass fruehere chassidische Rebbes ganz sicher weiser waren als so mancher heutiger Rebbe.:-) Leider geht vieles heutzutage mehr um Macht und Ansehen ...