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Montag, 18. Januar 2010

Eliyokim ist in die Tochter eines Rabbiners verliebt,

aber ein Schidduch (Partnervermittlung) wird keinerlei Chancen haben, denn zu gravierend sind die sozialen Unterschiede.

In der heutigen haredischen (ultra - orthod.) sowie auch nationalreligiösen Gesellschaft werden Partnervermittlungen unter strengen Vorgaben / Regulierungen gehandhabt: Ein Behinderter hat höchstens die Chance, eine Behinderte zu ehelichen. Ein Baal Teschuva (im späteren Lebensverlauf relig. gewordener Jude) wird eine Baalat Teschuva bekommen, ein Armer ebenso eine Arme, der Sohn eines Rabbiners die Tochter eines Rabbiners,etc. Das mag grausam klingen, ist jedoch weitgehend einmal so.

Im Video sehen wir den im Rollstuhl sitzenden talentierten Talmudschüler Eliyokim (Eliyakim), der sich in die Tochter eines Rabbiners verliebt, doch dem der Schadchan (Heiratsvermittler) ein Mädchen zur Hochzeit offeriert, die selbst diverse Probleme hat. Welche, das kommt in dem Video nicht vor, denn es handelt sich hier lediglich um einen kleiner Ausschnitt eines Filmes. "Liebe" spielt bei der relig. Eheanbahnung kaum bis gar keine Rolle. Das komme erst nach der Hochzeit.

Die Sprachen im Film sind Hebräisch und Jiddisch mit englischen Untertiteln !




Sonntag, 8. November 2009

Nur die Ehe macht einen zum Menschen

B"H

Da sass sie ihm nun gegenüber und wußte gar nicht so recht, warum sie sich das antat. Ihre Mutter hatte ihr vorher gesagt, sie solle nicht so egoistisch sein. Das Leben drehe sich nicht nur um sie, sondern andere Mitmenschen seien ebenso vorhanden.
Hieße das etwa, sie solle auch an den anderen Part denken, der ihr gerade gegenübersaß ?

Diese Art von Treffen waren für Rivki nichts Ungewöhnliches, war doch schon ihre Schwester so verheiratet worden. Nun war sie an der Reihe und man hatte sich im Wohnzimmer ihrer Eltern versammelt. Sie, ihr Bewerber, ihre sowie seine Eltern. Alle waren dort und schauten auf die beiden jungen Leute, die umständlich miteinander sprachen. Dem Bewerber, der Jonathan hieß, schien alles nur furchtbar peinlich zu sein. Schon allein die Art wie er niedergebeugt im Sessel saß. So als wolle er gleich unter den Tisch rutschen und völlig von der Bildfläche verschwinden. Angeschaut hatte er sie auch noch nicht.

Was für ein Depp, dachte Rivki. In den ersten Minuten habe sie ihm ja noch helfen wollen und versucht spontan und offen zu sein. Jonathan kam nicht in Gang und blieb meistens stumm, während Rivkis Mutter mit bösen Blicken um sich warf. Ihre Tochter solle sich gefälligst anständig benehmen und nicht dem Mann ins Wort fallen. Rivki verstand den warnenden Augenhinweis und schwieg. Diesen Jonathan wolle sie eh nicht. Wozu also noch die ganze Show.

Seine und ihre Eltern machten auf Konversation. "Ihr Sohn sei ja so furchtbar begabt", meinten die Eltern von Jonathan. Den ganzen Tag über lerne er und alle Rabbiner seien vollkommen von ihm eingenommen. Er habe einmal eine große Zukunft vor sich.
Rivkis Mutter reagierte unbeherrscht und fragte nach, ob das denn wirklich der Fall sei. Ohne allerdings zu erwähnen, dass Nachbarin Rochi ihr das genaue Gegenteil gesteckt hatte. "Jonathan sei zwar gelehrt, doch anscheinend kommen seine Geistesblitze nicht allzu häufig zum Vorschein. Hat halt Komplexe, der Junge".

Rivki saß gelangweilt da und die Mutter rechnete insgeheim aus, was die Hochzeit kosten täte. Wenn ein haredisches (ultra – orthod.) Mädchen einen gelehrten Thoraschüler heiratet, dann wird es immer teuer für ihre Eltern. Die nämlich übernehmen die gesamten Hochzeitskosten und wer weiß was noch. Und Jonathans Eltern waren euphorisch dabei, ihren Sohn in den höchsten Tönen anzupreisen.

Eine Stunde dauerte die Kennenlernprozedur. Rivkis Gedanken waren überall, nur nicht bei dem zerknirschten Jonathan. Seine Eltern redeten ununterbrochen und ihre schwiegen. Es war der erste Schidduch (Blind Date zwecks Heirat) in Rivkis Leben und alles ging gleich so richtig peinlich daneben. Sollte die Mutter sie hinterher überreden wollen, den Zerknirschten zu heiraten, dann würde sie gewiß mit dem Fortlaufen drohen. Zum Glück schienen ihre Eltern auch nicht gerade angetan von der Idee, die schleimigen Jonathan – Eltern in die Familie aufzunehmen.

Jonathan war der erste Treff, doch wieviele erfolgreiche werden wirklich folgen ? Partnerschaften sind keine Massenware. Ex und Hopp gibt es in ihren chassidischen Kreisen nicht. Ein ungefähr gemeinsames Lebensziel leitete den Beginn einer wunderbaren Partnerschaft ein. So konnte man sich ganz auf die Ziele konzentrieren und Liebe kommt vielleicht später auch hinzu.

Beim nächsten Mal wollte sie ihre Eltern zu mehr Aufmerksamkeit auffordern nicht einfach jedem glauben, der da sage, dieser und jener sei ein toller Typ und ein Talmid Chacham (exzellenter Thoraschüler) noch dazu.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Neue Takanot in Chassidut Gur

Der Gerrer Rebbe (Rabbi Yaakov Aryeh Alter, Mitte) an der Kotel

B"H

Chassidut Gur erliess einige neue Takanot (innere Gruppengesetze):

1. Kein Ausleihen von Kleidung fuer Feste, 2. Reduzierung der Geschenke für den Schwiegervater sowie dessen Familie 3. Kostenreduzierung für eine Bar Mitzwah 4. Nach der Verlobung gibt es keine Blumen mehr für die zukünftige Braut.

Die Gerrer (Gur) Gemeinde zu Ashdod entschied sich gegen die Geldverschwendung bei Festen.
Hier einige weitere Neuregelungen:

Ein Schidduch (verabredete Hochzeit) ist zustande gekommen

Kleine Feier daheim. Keine Blumen. Eine nicht ganz so kostspielige Armbanduhr für den Bräutigam oder / und die Braut.

Der Spodik (ein Gerrer Streimel) wird vom Bräutigam gekauft. Die Braut kauft ihren Scheitel (Perücke).

Der Gerrer Rebbe mit Spodik

Selbst der "Aufruf" (Schabbatfeier in der Synagoge vor der Hochzeit) wird reduziert. Die Frauen haben nach dem G - ttesdienst nur einen kleinen Kiddusch - Segnung des Weines und Gebäck - und nur die Männer essen ein ganzes Mahl.

Mit anderen Worten, sämtliche Hochzeitskosten und das Drumherum werden reduziert !

Hier sind alle neuen Takanot (innere Gruppengesetze) einzusehen.

Tolle Idee, wie ich finde. Ehrlich gesagt täte ich meinem Zukünftigen keinen Streimel kaufen und vielleicht bin ich deswegen noch nicht verheiratet.:-)))