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Montag, 30. Juli 2012

Thora und Gebete ohne Wirkung

B"H 

Es ergab sich einmal, dass der Baal Shem Tov am Eingang einer Beit Midrasch (einem jüdischen Lehrhaus) stand und hineingebeten wurde. Allerdings weigerte sich der Baal Shem Tov hineinzugehen. 

"Warum denn ?" so fragten die örtlichen Juden nach dem Grund. 

"Weil die Beit Midrasch so voller Thora und Gebete ist, dass ich nicht mehr hineinpasse", so der Baal Shem Tov. 

Daraufhin verstanden die Juden den Grund für die Weigerung des chassidischen Meisters. Wer Thora lernt und betet, der muss dies mit einem gewissen Grad an KAVANAH (Konzentration) tun. Nur einfach so eben mal lernen bzw. ein Gebet herunterleiern, schickt sich für einen Juden nicht. Beides muss von Herzen kommen und mit der entsprechenden Konzentration gegenüber G – tt ausgeführt werden. Nur so steigen die Gebete auch zu Ihm auf. 

In dem Fall der besagten Beit Midrasch war dies nicht der Fall und weder die Gebete noch die Thorastudien stiegen zu G – tt hinauf, da sie nicht mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit ausgeführt worden waren.

Sonntag, 6. Dezember 2009

"Die drei Reiter" - Zur Yahrzeit des Maggid von Mezritch



B"H


Die Zeit vor und an Chanukkah (Beginn am Abend des 11. Dezember 2009) ist jedesmal wieder die Zeit der chassidischen Stories. Das Wetter wird kühler und da zieht man sich gern ins Warme zurück und erzählt Geschichten. In chassidischer und kabbalistischer Literatur stehen die Lichter des Chanukkah - Leuchters (Chanukkiah) für Seelen (Neschamot). Unsere Seelen sollen sich beim Anblick der Chanukkah - Lichter erwärmen. Hier eine kurz chassidische Geschichte zum Vorwärmen.




Der Maggid von Mezritch bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem kabbalistischen Buch "Zohar" zu erklären. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den nahegelegenen Wald gehen soll, sich dort einige Stunden unter einen Baum an einem Bach setze und später zu ihm zurückkehre.
Der Maggid tat wie ihm aufgetragen.


Als er unter dem Baum saß, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, aß und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte.


Danach kam ein zweiter Reiter, der sehr ärmlich ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging.


Danach kam ein dritter Reiter, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der erste Reiter zurück, der in der Zwischenzeit den Verlust seiner Brieftasche bemerkt hatte und fragte den dritten Reiter, ob er diese gesehen hat. Der Mann wußte nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin schlug ihn der Reiter zu Tode, weil er glaubte, dass der Mann ihn belüge.


Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurück und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklärte ihm Folgendes:


Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem früheren Leben. Der erste Reiter schuldete dem zweiten Reiter Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Reiter zahlen zu müssen.


In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld.
Und dies ist, was der "Zohar" meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe".

Sonntag, 22. November 2009

Chassidische Stories vom Baal Shem Tov

B"H

Die kalte Jahreszeit ist angebrochen und Chanukkah steht vor der Tür. Da kommen ein paar chassidische Geschichten vom Baal Shem Tov, Kurzform: Bescht, (ca. 1700 - 1760) gerade recht.

1. Das Gebet des Baal Shem Tov erzeugt Regen

Der Baal Shem Tov wird in der Literatur in Kurzform BESCHT genannt !

Es gab eine Zeit, in der kein Tropfen Regen fiel und die Nichtjuden begannen, ihre Götzen hervorzuholen und diese, wie damals Brauch, durchs Dorf zu tragen, um so Regen zu erbitten. Einmal sagte der Bescht zu einem Boten: "Teile allen Juden der Umgebung mit, sie mögen hier für eine Minyan (zehn jüdische Männer) zusammenkommen".
Weiterhin verkündete der Baal Shem Tov einen Fastentag, wie so oft bei Trockenheiten üblich. Er selber betete vor dem Thoraschrein und die Juden verlängerten ihre Gebete.

Ein Nichtjude fragte: "Warum habt ihr heute solange gebetet ? Und warum gab es einen solch riesigen Aufschrei bei Euch ?"
Der Bote sagte ihm die Wahrheit, die da lautete, dass die Juden für Regen beteten. Daraufhin machte sich der Nichtjude über ihn lustig und sagte, dass sie alle mit ihren Götzen ausgezogen waren und dies keinen Regen hervorbrachte. Warum sollen da die Gebete der Juden mehr Erfolg haben ?

Der Bote teilte dem Baal Shem Tov die Worte des Nichtjuden mit und Letzterer erwiderte: "Sag dem Nichtjuden, dass es heute noch regnen wird".
Und so war es.


2. Die kranke Frau

Rabbi Nachum von Chernobyl über den Baal Shem Tov:

Einmal besuchte der Bescht die jüdische Gemeinde in Chmielnik. Dort war die Frau eines Korrekturlesers sehr krank geworden. Das Gasthaus, in welchem der Baal Shem Tov nächtigte, befand sich nahe des Hauses des Rabbiners. Der Korrekturleser ging zum Baal Shem Tov und fragte ihn nach einer Heilung für seine Frau. Der Bescht aber weigerte sich, ihm diese zu geben. Im Gegenteil der Baal Shem Tov wurde ärgerlich und rief dem Bittsteller ein paar unfreundliche Worte zu. Dies wiederum irritierte den Rabbiner des Ortes.

Am Abend als alle Gäste gegangen waren, fragte der Rabbiner den Baal Shem Tov, warum er dem Mann die Heilung dessen Gattin verweigert habe.
Der Bescht antwortete: "Sie ist eine fromme Frau und sie beschützt mit ihrer Schwäche diese Stadt vor den Räubern im Wald. Sobald die Räuber aus dem Wald verschwinden, wird die Frau automatisch wieder gesunden".

Der Rabbiner fragte weiter, warum er (der Bescht) denn so ärgerlich auf den Korrekturleser reagierte. "Ich sah, dass das Himmlische Gericht ihn eventuell anklagen wollte und durch meinen Ärger habe ich das Himmlische Gericht umgestimmt".

Dienstag, 15. September 2009

Die Pfeife des Schäfers

B"H

Es war einmal ein jüdischer Bauer, der weitab von anderen Orten in einem kleinen Dorf lebte. In dem Dorf gab es keine Syngagoge, denn nur ganz wenige Juden lebten dort. Eine Minyan (zehn jüdische Männer) zum Gebet kämen eh nicht zustande.
An den hohen Feiertagen wie Rosh HaShana oder Yom Kippur fuhr der Bauer in die nächstgelegene Stadt, um am Synagogenservice teilzunehmen. Bei der Stadt handelte es sich um Medizieborz (Ukraine), dort, wo zur gleichen Zeit der Baal Shem Tov lebte.

Der Farmer hatte einen einzigen Sohn namens David. David war Schäfer, genauso wie einst König David. Er kannte jeden Hügel und jedes Tal in der Umgebung und wusste, wo er die bewachsensten Wiesen für seine Schafherde fand. David beschützte seinen Herde vor Wölfen und gab sogar jedem Schaf einen Namen. Wenn er über die Hügel wanderte, zog er seine Pfeife hervor und blies munter eine Melodie.

Die Zeit verging und David lernte alles über die Natur und somit genoss er die schönen Dinge, welche G - tt erschaffen hatte. Sein Vater jedoch war traurig, dass David keinerlei Schulbildung genoss und der Sohn keinerlei Hebräisch verstand. So kam es, dass der Vater den Sohn unterrichtete, doch so sehr der Vater sich auch anstrengte, David fiel das Lernen nicht einfach. Es gelang ihm einfach nicht, das hebräische Alphabet zu erlernen.

Als David 13 Jahre alt war und seine Bar Mitzwa feiern sollte, entschied der Vater, dass es an der Zeit war, seinen Sohn dem großen Baal Shem Tov vorzustellen. Rosh HaShana war vorüber und nun versammelten sich die Juden zum Yom Kippur G - ttesdienst.
Am Yom Kippur betete der Baal Shem Tov mir Eifer und Leidenschaft für seine Gemeinde. Mit Tränen in den Augen und einem gebrochenen Herzen bat er den Allmächtigen, den Kindern Israels (den Juden) ein weiteres Jahr Frieden und Freude zu bescheren.

Ebenso aufrichtig betete die Gemeinde mit aller Ernsthaftigkeit. Jeder einzelne Betende wiederholte die Worte der traditionellen Gebete. Ein jeder, außer David. Er allein konnte nicht in den G - ttesdienst mit einstimmen, was ihn mit Trauer erfüllte. Auch er wollte G - tt seinen Dank aussprechen und zu Ihm beten. Aber wie konnte er das tun, wenn er das Machzor (Feiertagsgebetbuch) nicht lesen konnte ?

David kannte nur einen Weg sich auszudrücken - und das war seine Pfeife. Nie hatte ihn die Pfeife auf den Feldern im Stich gelassen, aber die warnenden Blicke seines Vaters liessen in die Pfeife in der Tasche bewahren. Den ganzen Tag über gelang es ihm, der Versuchung zu widerstehen, doch beim letzten Service des Yom Kippur, dem "Ne'ilah Service" gab es kein Halten mehr. Er blies in die Pfeife und der schrille Ton vibrierte durch das Haus G - ttes. Die Gemeindemitglieder sahen sich erstaunt um und konnten es nicht fassen. Der Vater verbarg vor Scham seinen Kopf und wünschte, der Boden möge sich unter seinen Füssen auftun.

Nur der Baal Shem Tov bewahrte die Ruhe. Über die Köpfe aller Anwesenden rief er liebevoll und freudig: "Mein Sohn, die Melodie aus Deiner Schäferpfeife erklang vor G - tt wie eine süsse Musik von König David und dessen Harfe. Mit all deinem Herzen und deiner Seele betetest Du auf die Art, die dir geläufig war. Die Vorhänge vor dem Heiligen Thora G - ttes wurden von unseren Gebeten durchbrochen. Somit erreichten unsere Gebete ihr Ziel (G - tt). Aber Dank Dir, David, schrieb uns G - tt in das Buch des Lebens ein".
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Quelle:

"The Hasidic Story Book" von Harry M. Rabinowicz
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Unser aller Ziel ist es am Rosh HaShana, in das Buch des Lebens eingetragen zu werden. Möge uns G - tt noch ein weiteres Jahr auf Erden gewähren.

"Schana Tov veMetuka - ein gutes und süsses Neues Jahr 5770 an alle Leser !"

Montag, 3. August 2009

Der Glaube des Baal Shem Tov

B"H

Einmal dachte der Baal Shem Tov (ca. 1700 - 1760) darüber nach, wie großartig doch der Glaube an G - tt ist. Eine himmlische Stimme sprach zu ihm: "Reb Israel (Baal Shem Tov), werde nicht zu stolz. Yankel, der Wirt, verfügt über einen größeren Glauben als Du".

Der Baal Shem Tov entschloß sich zu einem Besuch bei Yankel, dem Wirt. Er blieb ein paar Wochen dort, doch konnte nichts Außergewöhnliches am Wirt feststellen. Bis zu einem Schabbat …
Inmitten des Schabbatmahles am Freitag abend platzte ein örtlicher Bauer und schlug dreimal mit seinem Stock auf den Tisch. Yankel sagte, dass dies ein Zeichen sei, dass er (Yankel) demnächst seine Miete zahlen muss. Ganze 5000 Rubel und er habe die Summe nicht. Auch beabsichtige er nicht, das Geld von irgendjemandem zu leihen.
"G - tt wird, wie immer, helfen".

Am folgenden Schabbat kam erneut der Bauer und teilte die zweite Warnung aus. Daraufhin schrie ihn Yankel an: "Kommt nicht bis morgen zurück !" Der Bauer schrie zurück: "Jude, wenn Du das Geld nicht aufbringst, verfüttern wir Dich an die Hunde !"

Am kommenden Tag ging Yankel ganz normal seiner Arbeit nach als am Morgen kamen drei Geschäftsleute vorbeikamen und ihn fragten, ob er als deren Vermittler fungieren kann. Yankel solle vom Zar Weizen kaufen und die Geschäftsleute täten ihm 2000 Rubel Entschädigungsaufwand zahlen. Yankel jedoch forderte 5000 Rubel. Die Geschäftsleute boten ihm 2500, aber Yankel wollte 3000 Rubel.
So kam das Abkommen nicht zustande und die Geschäftsleute gingen.

Um ca. 14.00 Uhr kehrte der Bauer zur zurück und schlug an die Tür: "Jude, zahl Deine Schuld !"
"Verschwinde, ich habe noch Zeit bis zum Sonnenuntergang", erwiderte Yankel.

Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang stand der Bauer erneut vor der Türe. Er öffnete einfach die Tür, trat ein und traf Yankel völlig unvorbereitet. Er (der Bauer) sagte: "Einen kleinen Moment noch", nahm seinen Hut und seinen Stock und ging hinaus auf die Straße. In dem Moment ritten die drei Geschäftsleute über die Anhöhe, sie stimmten Yankels Preis von 5000 Rubel zu und so zahlte Yankel seine Schuld.

"Das, so der Baal Shem Tov später, ist wahrer Glaube an G - tt".

Montag, 9. Februar 2009

"Der Baal Shem Tov und der Frosch" oder "Tiere im Chassidismus"

B"H

Da der Chassidismus weitgehend auf der Kabbalah des Rabbi Yitzchak Luria (dem ARIZAL), 1534 - 1572, basiert, ist auch die Reinkarnationslehre von besonderer Bedeutung. Im Judentum besteht das Konzept, dass die Seele eines Toten reinkarniert werden KANN, aber nicht muss. Meist handelt es sich um Männer, deren Seele reinkarniert wird.

Die Reinkarnation einer Seele bedeutet im allgemeinen eine Strafe, denn der Besitzer handelte zu Lebzeiten gegen G - tt oder zumindest hat er nicht seine für ihn von G - tt vorgesehenen Ziele erreicht. Eine Version lautet, dass die gelangen. Die zweite, aber mit der ersten verbundenen Variante lautet, dass die reinkarnierte Seele gleichzeitig einen eigenen Tikun (Reparatur) durchläuft. Sich sozusagen verbessert und somit ihren eigentlichen Platz in der Kommenden Welt erreicht. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, denn eine reinkarnierte Seele muss sich nicht immer im "neuen Menschen" verperfektionieren, sondern kann ihre Position sogar noch verschlechtern !

Laut der Lurianischen Kabbalah kann die Seele in anderen Menschen, in Tieren, Pflanzen oder auch in Steinen reinkarniert werden. Wobei die Reinkarnation in einem Stein als besonders schlimme Strafe gilt. Nichtsdestotrotz, eine Reinkarnation gilt nur auf bestimmte Zeit und danach findet die Seele ihre Ruhe. Weiterhin ist es möglich die reinkarnierte Seele von Level zu Level anzuheben. Zum Beispiel kann die Reinkarnation aus dem Stein zu bestimmten Jahreszeiten in einer Pflanze untergebracht werden. Von der Pflanze zum Tier und vom Tier in den Menschen.

Dies nur vorweg bezüglich der Bedeutung der Tiere im Chassidismus, denn eigentlich beabsichtige ich, ein kleines Beispiel vom Baal Shem Tov zu geben.
Einmal meditierte der Baal Shem Tov (ca.1700 - 1760) drei Tage und drei Nächte lang dermassen tief, dass er gar nicht mitbekam, dass er sich fortbewegte. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass er sich in einer riesigen Wüste befand und er hatte keinerlei Ahnung, wie er dahingekommen war.

Ein riesiger Frosch kam auf ihn zu und der Baal Shem Tov fragte diesen: "Wer bist Du denn ?"
"Ich war einmal ein großer jüdischer Gelehrter und jetzt ist meine Seele in einem Frosch reinkarniert".
"Du bist tatsächlich ein großer Gelehrter", gab der Baal Shem Tov zurück und in demselben Moment wurde die reinkarnierte Seele auf einen hohen Level befördert.

Der Frosch berichtete, dass seine Seele schon seit 500 Jahren in diesem Frosch steckt und selbst als der große Kabbalist Yitzchak Luria seinerzeit sämtliche Reinkarnationen erlöste, traf dies nicht auf ihn (den Frosch zu). Sein Vergehen sei so schwerwiegend gewesen, dass es vorerst keinerlei Gnade gab.

"Was war Dein Vergehen ?" fragte der Baal Shem Tov.
"Ich war beim Händewaschen vor dem Brotessen nachlässig und wie das so ist, begeht man eine Sünde, folgt auch schon die nächste. Am Ende brach ich fast alle Gesetze G - ttes und für Gnade war es fast zu spät. Zumindet interessierte mich die Gnade gar nicht mehr, obwohl se mir bestimmt erteilt worden wäre. Zum Trinker geworden verstarb ich und wurde in einem Frosch reinkarniert. In einem Tier, welches stets im Wasser ist und so bekam ich meine Strafe für die Nachlässigkeit beim Händewaschen.

Der Baal Shem Tov erlöste die Seele, erhob sie auf einen hohen Level und der Frosch lag tot da.
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- Im Judentum ist es Halacha, sich vor dem Brotessen rituell de Hände zu waschen.

- Als der Baal Shem Tov mit dem Frosch zu reden begann und dieser antwortete, war ihm bewusst, dass es sich hier um eine reinkarnierte Seele handelte und er wusste was diesbezüglich zu tun war.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Die Persönlichkeit des Baal Shem Tov

B"H

Ich erwähnte schon zuvor, dass wir nach all der Zeit, die vergangen ist, viele ursprüngliche Lehren des Baal Shem Tov (ca. 1700 - 1760) nicht mehr genau kennen. Er selbst hat nie irgendwelche Schriften verfasst und somit waren alle nachfolgenden Generationen (so auch wir) gezwungen, den Anhängern des Baal Shem Tov (kurz genannt: Besht) zu vertrauen. Hierbei insbesondere einem seiner wichtigsten Schüler, Rabbi Yaakov Yosef HaCohen von Polonnoye (Polna).

Und es war Yaakov Yoseph (er verstarb im Jahre 1782), der die Lehren und Thesen des Baal Shem Tov zusammenfasste und in mehreren Büchern veröffentlichte. So auch die Stories des Besht.
Laut dem israelischen Researcher in Angelegenheiten des Chassidismus, Gedaliah Nigal, machen zuviele Chassidismusforscher den Fehler, aus den chassidischen Stories des Baal Shem Tov dessen wahre Persönlichkeit bzw. dessen Charakter analyzieren zu wollen. Kaum jemand ziehe ernsthaft in Betracht, dass die Stories aus zweiter oder dritter Hand stammen und eigentlich wenig reale Aussagekrft besitzen. Jedenfalls nicht in Bezug auf den Charakter des Besht.


Tzvi M. Rabinowicz zweifelt in seiner "Encyclopedia of Hasidism" sogar die Rolle des Ahijah aus Shiloh, einem jüdischer Prophet zu Zeiten König Salomons, bezüglich des Baal Shem an:
Yaakov Yosef von Polonnoye behauptete nach dem Tode des Besht, Ahijah habe diesen, als sein Schiff auf dem Wege nach Israel kenterte, gerettet und den Besht gelehrt, wie man strenge himmlische G - ttesurteile in moderatere umwandeln kann. Laut Rabinowicz kann es durchaus sein, dass Ahijah erst als spiritueller Lehrer entwickelt worden ist, um die Reputation des Baal Shem Tov hervorzuheben.

Sonntag, 30. November 2008

"Die drei Reiter" - Eine Baal Shem Tov Story



B"H

Die Zeit vor und an Chanukkah (Beginn am Abend des 21. Dezember 2008) ist jedesmal wieder die Zeit der chassidischen Stories. Das Wetter wird kühler und da zieht man sich gern ins Warme zurück und erzählt Geschichten. In chassidischer und kabbalistischer Literatur stehen die Lichter des Chanukkah - Leuchters (Chanukkiah) für Seelen (Neschamot). Unsere Seelen sollen sich beim Anblick der Chanukkah - Lichter erwärmen. Hier eine kurz chassidische Geschichte zum Vorwärmen.


Der Maggid von Mezritch bat den Baal Shem Tov ihm den Vers "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe" aus dem kabbalistischen Buch "Zohar" zu erklären. Der Baal Shem Tov sagte dem Maggid, dass er in den nahegelegenen Wald gehen soll, sich dort einige Stunden unter einen Baum an einem Bach setze und später zu ihm zurückkehre.
Der Maggid tat wie ihm aufgetragen.

Als er unter dem Baum saß, sah er einen Reiter kommen. Der Reiter stieg vom Pferd, setzte sich, aß und trank und setzte seinen Weg fort. Allerdings bemerkte er nicht, dass er seine Brieftasche verloren hatte.

Danach kam ein zweiter Reiter, der sehr ärmlich ausschaute. Er fand die Brieftasche des Reiters, nahm sie an sich und ging.

Danach kam ein dritter Reiter, der ebenfalls arm ausschaute. Er trank aus dem nahegelegenen Bach, legte sich hin und schlief ein. Da kam der erste Reiter zurück, der in der Zwischenzeit den Verlust seiner Brieftasche bemerkt hatte und fragte den dritten Reiter, ob er diese gesehen hat. Der Mann wußte nicht, von was der Reiter sprach. Daraufhin schlug ihn der Reiter zu Tode, weil er glaubte, dass der Mann ihn belüge.

Der Maggid kehrte zum Hause des Baal Shem Tov zurück und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Der Baal Shem Tov erklärte ihm Folgendes:

Diese drei Personen waren allesamt Reinkarnationen aus einem früheren Leben. Der erste Reiter schuldete dem zweiten Reiter Geld. Genau die Summe, welche sich in der Brieftasche befand. Der dritte Mann war der Richter, der ein Fehlurteil sprach als er dem Reiter Recht gab, die Schuld nicht an den zweiten Reiter zahlen zu müssen.

In diesem Leben zahlte der Reiter seine Schuld, der Richter bekam seine Strafe und der zweite Mann bekam sein Geld.
Und dies ist, was der "Zohar" meint mit "Und dies sind die Urteile, welche Ich euch gebe".

Samstag, 10. November 2007

Story vom Baal Shem Tov

B"H

Die folgende Baal Shem Tov - Story hoerte ich von Rabbi Machlises Ehefrau Henny:

Einmal war der Baal Shem Tov bei einem armen Bauern zu einem Shabbat Dinner eingeladen. Der Baal Shem Tov sagte seinen Schuelern, welche ihn begleiten sollten, dass sie soviel wie moeglich bei dem Dinner essen sollten. Der arme Bauer seinerseits hatte nicht genug Essen doch sagte nichts zum Baal Shem Tov. Stattdessen entschied er sich, seine Kuh zu schlachten, um genuegend Essen servieren zu koennen.

Der Shabbat war sehr festlich und das Mahl ein voller Erfolg. Doch am darauffolgenden Tag war der Bauer sehr traurig.Um seine Familie ohne die Kuh ernaehren zu koennen, musste er seine ganze Habe verkaufen. Nach einer Woche ging er hinaus in ein Feld und betete zu G-tt. Er bat Ihn um ein Einkommen fuer seine Familie.

Nach einer Weile kam Ivan, welcher immer betrunken war, vorbei und sagte dem Bauern, dass er der einzige auf der Welt sei, der jemals freundlich zu dem Betrunkenen war. Deshalb will er, dass der Bauer nach seinem Tod sein unter einem Baum verstecktes Vermoegen erbt.

Nach wenigen Tagen verstarb Ivan ploetzlich und der Bauer war reich.
Er ging zum Baal Shem Tov und sagte: "Du hast die ganze Zeit vom Schatz und Ivan gewusst. Warum hat G - tt mir nicht frueher ein Zeichen gegeben ?"

Der grosse Baal Shem Tov antwortete: "Der Schatz hat seit Jahrzehnten auf dich gewartet, doch Du hast G - tt nie darum gebeten. Wer etwas haben will ,der sollte G - tt darum bitten und beten."

Genau das sehen wir in der Parashat Lech Leach. Sarah und Avraham hatten viele Jahre keine Kinder. Erst als sie dafuer zu beten begannen, erfuellte G-tt ihnen den Wunsch.