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Mittwoch, 23. Februar 2011

Gassen in Mea Shearim


Seitenstrasse in Mea Shearim / Jerusalem sowie Warnplakate, dass der Passant anständige Kleidung tragen soll. Touristen sind in diesen Nebengängen unerwünscht und ich rate keinem dort herumzulaufen.

Dienstag, 15. Februar 2011

Mea Shearim, Teil 1

B"H

Photos aus dem ultra - orthodoxen Mea Shearim in Jerusalem.







Copyright / Photos: Miriam Woelke

Montag, 13. Dezember 2010

Beit Warsha - בית ווארשה

B"H

Leider bin ich über den Ministadtteil "Beit Warsha - Warschau Haus - בית ווארשה" in Ge'ulah / Mea Shearim nicht auf dem laufenden. Ich weiss, dass der Hausbesitzer die chassidische Gruppe GUR ist. Der kleine Ministadtteil "Beit Warsha" liegt am Jerusalemer Kikar Shabbat, gleich neben dem Dushinsky Center (am Kikar Supnik). Vor einiger Zeit plante die Gerrer Chassidim den Abriss der "Batei Warsha" und wollten auf dem Grundstück eine haredische Shopping Mall errichten. Gur behauptete, dass einige Mieter des Beit Warsha ihre Mieten nie pünktlich zahlten und es sollte geräumt werden. Tatsächlich kam die Polizei und schmiss die nicht zahlenden Mieter auf die Strasse. Die Edah Charedit flippte aus, denn fast alle Bewohner des Beit Warsha sind Mitglied in der antizionistischen Dachorganisation.

Die Photos machte ich am vergangenen Donnerstag morgen. Total früh am Morgen; noch vor Sonnenaufgang, denn ansonsten darf man dort nicht photographieren.











Photos: Miriam Woelke

Sonntag, 25. April 2010

Kampf der Sikarikim gegen Sisalek

B"H

Erst vor wenigen Wochen eröffnet, doch schon hat es die superkoschere Eisdiele "Sisalek" erwischt. In der vergangenen Woche fanden vor ihr Demonstrationen der radikalen Sikarikim von Mea Shearim statt. Mittlerweile gab es eine Einigung zu verkünden. Zumindest teilweise.

"Sisalek" brachte das hochgradig koschere Eis nach Mea Shearim / Ge'ulah (haredische Stadtteile Jerusalems). Die Bevölkerung nahm dankend an und auch ich war vor Pessach einmal dort und genoss das teure, aber gute, Eis.

Jetzt gab es Demos einer kleinen, dennoch furchterregenden radikalen Gruppe aus Mea Shearim. Den sogenannten "Sikarikim", die für Anstandsordnung sorgen wollen. Man platzierte sich vor Sisalek und machte auf Demo. Die Eisdiele lenkte ein und von nun an wird freitags eher geschlossen (schon um 13.00 Uhr), am Mozzaei Schabbat (nach Schabbatausklang) wird nicht geöffnet, sondern erst am Sonntag. Wochentags schliesst die Eisdiele abends früher.
Noch nicht geeinigt hat man sich bei der Sikariki - Forderung, getrennte Sitzplätze für Männlein und Weiblein einzuführen. Man wolle keinen Ärger, so hiess es seitens Sisaleks, und gebe deswegen den Forderungen nach.

Sisalek aber ist nicht allein. Die Sikarikim sind ebenso gegen weibliche Bekleidungsgeschäfte, welche aufgefordert worden sind, ihre weiblichen Schaufensterpuppen aus den Schaufenstern zu entfernen.

All das für den (übertriebenen) Anstand.

Mittwoch, 24. März 2010

Mea Shearims getrennte Tische




B"H

Restaurants in zwei von mehreren Jerusalemer ultra - orthodoxen Stadtteilen, Ge'ulah und Mea Shearim, können sich über fehlenden Umsatz bestimmt nicht beklagen. Besonders die Einkaufsstraße Malchei Israel Street ist übersät mit Schwarma (Döner) oder Falafel Imbissen, Eis, Pizza oder Bagel. Dazu kommt das hervorragende Restaurant mit aschkenazischer Küche "Stissel"


Die ganze Welt scheint sich über die Planung einiger Radikaler, in diversen Stadtbussen nach Geschlechtern getrennte Sitzplätze einzurichten, aufzuregen. Ein kompliziertes Thema und es sollte sich intensiv von beiden Standpunkten aus betrachtet damit auseinandergesetzt werden und Artikel zum Thema nicht nur als propagandistische Meinungsmache bzw. Lückenfüller einbenutzt werden.


Wer aber redet von der Geschlechtertrennung in einigen der Restaurants in Ge'ulahs Malchei Israel Street ? Malchei Israel Street, auf der einen Seite an den Kikar Schabbat (Schabbat Platz) grenzend und weiterführend nach Mea Shearim hinein ?


Touristen bekommen davon nichts mit und sollten, wenn nicht gerade jüdisch, nicht unbedingt in diese Imbisse einfallen. Anständige Kleidung ist eh erforderlich und die Frau sollte nicht im Mini, in Hose oder mir kurzem Shirt ankommen; genauso wie ein Mann langärmlig, lange Hose und Kipa auf dem Kopf tragen sollte. Es sei stets zu bedenken, dass diese Restaurants ein bestimmtes Ambiente der Bevölkerung repräsentieren und dementsprechend sollte sich benommen werden.


Vor zehn Jahren aß ich in einem Bagel store am Kikar Schabbat und schon damals sassen die Frauen im hinteren Teil des stores und die Männern vorne an der Tür.
Besagter Store machte schon vor langer Zeit dicht, doch existieren Geschlechtertrennungen in Falafel Imbissen oder den Pizzerias in Malchei Israel weiter. Auch "Stissel" bedient sich der getrennten Sitzordnung. Einmal ging ich hinein, bestellte Schnitzel, Reis und die beste Kischke, die ich jemals gegessen habe und der Typ, der dort an der Theke servierte muss einige Männern darum bitten zusammenzurücken, sodass ich meinen eigenen weiblichen Tisch haben konnte. Ausgemacht hat mir das nichts, denn das Essen von "Stissel" ist alles wert. Selbst die Geschlechtertrennung.


Heute nachmittag bin ich in Mea Shearim und werde mich, u.a., umschauen, ob die Trennungen weiterhin bestehen. Voraussichtlich wird die Antwort positiv ausfallen.



Kischke - überwiegend bestehend aus Mehl

Dienstag, 9. März 2010

Dienstag, 2. März 2010

Purim 5770 in Mea Shearim

B"H

Gleich vorweg: Mein Purim war hervorragend, obwohl ich gar nicht unbedingt der großartige Purim - Typ bin.

Seit vergangenem Freitag goss es in Jerusalem in Strömen und der Guß setzte sich auch am Sonntag abend fort. So verbrachte ich das Lesen der Megillath Esther (Buch Esther) im Stadtteil Nachlaot (wo ich arbeite und wohne, wenn ich in Jerusalem weile). Nichts war es mit "nach Mea Shearim gehen" und so. Letztendlich landete ich in der (Shlomo) Carlebach Synagoge "Kol Rina". Eine Synagoge, die von vielen amerikanischen Olim besucht werden soll. Dies erwies sich zumindest am Sonntag abend nicht unbedingt als richtig, denn die Mehrheit der weiblichen Wesen auf der Frauenseite waren junge Israelinnen.
Das freakige Carlebach Hippietum ist alles andere als mein Ding, doch die Megillahlesung war einmalig. Der "Baal Koreh" verlas sie perfekt und mit Stimmen verziert. Achaschwerosch, Charvona oder Mordechai bekamen Männerstimmen und Vaschti, Esther sowie Seresch wurden bei Lesen mit Frauenstimmen belegt. Eine tolle Idee !
So wechselte der Baal Koreh von Stimme zu Stimme und dies gelang ihm perfekt.

Das gestrige Jerusalemer "Shushan Purim Essen" verbrachte ich teilweise bei den Machlises. Dort war Highlife, doch traf ich auf alte Bekannte, die ich schon monatelang nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte. Am Ende (vor Maariv) sassen wir wenigen Verbliebenen am Tisch des Rabbis und lauschten seinen Stories. Unter anderem die des Linschitzer Rebben, der die Purimspenden an die Armen immer erst einen Tag nach Purim austeilte. Als man ihn nach dem Grund fragte, antwortete der Linschitzer Rebbe, dass an Purim alle die Armen mit Geld beglücken, doch wer tut das schon einen Tag nach Purim ?

Gegen 18.30 Uhr machte ich mich ins nicht allzu weit entfernte haredische (ultra - orthodoxe) Mea Shearim auf. "Shushan Purim" ist in Mea Shearim mitunter DIE Attraktion und viele Synagogen sind offen und die chassidischen Gruppen feiern wild.
Überflüssig zu sagen, dass Tausende auf den Beinen waren. Die Besucherzahl von außerhalb hielt sich erstaunlich in Grenzen. Eine offenbar nichtjüdische blonde Photographin krebste zwar sowohl als auch in "Kol Rina" als auch bei den Machlises herum, doch in Mea Shearim (wo ich sie ebenso sah) machte sie keine besondere Figur, denn sie begriff nicht, dass die Action erst später losgeht. Bleibt nur zu hoffen, dass wir ihre Photos nicht auf christlichen Sites zusammen mit dämlichen Bemerkungen zu sehen bekommen.

Die Chassidut Toldot Aharon begrenzt die Besucherzahl, denn es nimmt überhand und es bleibt kaum Platz für die eigenen Mitglieder; trotz erweiterter Synagoge. Hier war dann auch das Photographieren strengstens untersagt und man hatte ein privates Wachunternehmen vor die Eingänge platziert. Fremde sollten draußen bleiben, doch nach einigen Diskussionen mit einem der Guards wurde ich eingelassen. Gerade richtig um mitzuverfolgen wie ein total betrunkener Chassid auf den Tisch des Rebben David Kahn krabbeln wollte. Der Chassid wurde zurückgehalten und hätte den Vorstoss eh kaum geschafft.
Bei den Toldot Aharon war es übervoll und die Frauen auf der Empore drückten sich die Nasen an der Glasmechitzah (Trennwand) platt.

Meine nächste Station war die Chassidut Slonim gleich um die Ecke. Dort allerdings schienen nur die Männer zu feiern. Rein in den Mea Shearim Markt und zur Toldot Avraham Yitzchak. Resultat: Übervoll und keine Chance irgendetwas zu sehen.

Weiter durch den Markt an eine der zwei Synagogen der "Neturei Karta" vorbei. Dort war tote Hose und die "Torah ve'Yirah" war dunkel. 
 


Die Synagoge einer der zwei Neturei Karta Gruppen in Mea Shearim


Als ich nach einigen Minuten bei der Chassidut Karlin - Stolin (die älteste chassidische Gruppe, noch vor Chabad in Litauen gegründet) ankam, stellte sich heraus, dass man dort erst später zu feiern beginnen wollte. Also ging ich nebendran zur Chassidut Kretchnif. Eine kleinere Gruppe mit einem urgemütlichen Tisch des Rebben. Vor dem eigentlichen Tisch, der gegen 21.00 Uhr beginnen sollte, wurde unten im Erdgeschoss schon gefeiert. Die Chassidim samt Rebbe befanden sich in einem kleineren Raum und die Frauen auf gleicher Höhe nebendran. Ein blauer Vorhang war als Mechitzah (Trennwand) gedacht gewesen, doch wurde der an beiden Enden von den Frauen so verschoben, sodass wir frei Sicht zu den Männern gleich vor uns hatten. Niemand beschwerte sich, denn die Kretchnifer Rebbitzen verschob den Vorhang und somit war alles "offiziell".

Immer wird von den großen bekannten chassidischen Gruppen wie Toldot Aharon oder Karlin - Stolin gesprochen, doch viele kleinere wie Lelov oder Kretchnif fallen durch das Raster. Dabei ist die Kretchnifer Rebbitzen eine extrem nette Frau und einige Male schon sprachen wir zusammen. Auch gestern abend wieder als sie mir berichtete, dass ihr Mann (der Rebbe), nachdem er vor ca. 1,5 Jahren bei einem Verkehrsunfall verletzt worden war, nicht mehr jeden Schabbat einen seiner Tische gibt. Sie lud mich zum später stattfindenden Tisch ein, doch machte ich mich nach einer Stunde im Erdgeschoss auf nach Karlin - Stolin.

Zu Kretchnif:
Der Kretchnifer Rebbe (Jerusalem) hat eine ganz besondere Art zu feiern und zu tanzen und wer ihm zusieht, der wird definitv ziemlich "spiritual uplifted". Viele Männer traten vor ihn und bekamen einen Segen. Zwischendurch tanzte und sang der Rebbe. Ein paar Chassidim tanzten vor ihm auf dem Tisch und die Stimmung war super.

Als ich nebenan bei den Karlinern ankam, sah ich, wie mal wieder draußen vor der Synagoge im Zelt gefeiert wurde. Die Frauen standen daneben oder oben auf der Dachterrasse. Ich war kaum zwei Minuten dort als hinter uns fast mit quietschenden Reifen ein grauer Crysler hielt. Ein paar Chassidim sprangen heraus und rannten zum Festzelt. Einen von ihnen erkannte ich als den Karlin - Stoliner Rebben. So nahe (ca. zwei Meter Entfernung) hatte ich nur einmal den Rebben der Chassidut Ruzhin - Boyan zu Gesicht bekommen. Und einmal den Kretchnifer Rebben nahe Mea Shearim als er mit seinen Chassidim zufuss unterwegs war.

Mein letzter Stopp galt der Chassidut Satmar gegenüber Karlin. In der Vergangenheit hegte ich viele private Kontakte zu Satmar. Das war vor Jahren und noch vor der offiziellen Spaltung und die Ernennung zweier Rebben. Die Kontakte schliefen etwas ein, doch gestern traf ich auf ein bekanntes Gesicht in der Satmarer Synagoge.
Anzumerken sei, dass es sich um die Synagoge des Williamsburgher (New York) Rebben Zalman Leib Teitelbaum handelte. In den USA führen die zwei Satmerer Gruppen nicht selten Privatkriege aus, nachdem sie sich wegen interner Meinungsverschieden spalteten. Zwei Brüder kämpften nach dem Tode des Vaters um die Rebbeposition und keiner von beiden gab nach. Somit ist Satmar nun in zwei Hälften gespalten. Den Rebben der größeren Hälfte, Rebbe Aharon Teitelbaum aus Kiryat Yoel bei New York, sah ich im November 2008 bei einem Satmarer Tisch in Bnei Brak (bei Tel Aviv).

In Satmar ende ich immer auf einer Synagogenbank stehend und so auch gestern wieder. Wer durch die Mechitzah schauen will wenn der Andrang rieisg ist, der stelle sich auf die Bank. Bei Satmar war es voll und ich war, wie schon bei Kretchnif, die einzige von auswärts. Man sagte mir auf Hebräisch (die antizionistischen Satmarer sprechen in der Regel Jiddisch, denn Hebräisch ist die "heilige Sprache" aus dem Gebet und wenn der Meschiach eintrifft). In der Regel scheuen sich die israelischen Satmarer nicht vor dem Hebräischen, die amerikanischen Satmarer hingegen eher.

Bei Satmar gab es freien Mineralwasserausschank und die besten chassidischen Melodien. Unten tanzten die Männer und ein Chassid tanzte auf dem Tisch, wobei er unentwegt Weinbecher austeilte. Wir Frauen bekamen davon nichts und uns blieb das Mineralwasser.
Ich hätte noch viele Stunden herumwandern können, doch ging ich heim und bald ins Bett. Platt vom vielen Stehen und auf den letzten Tag von Pessach wartend, wenn einige chassidische Gruppen wieder feiern.

Purim in Mea Shearim war grandios, wenn man von einigen Besoffenen und den nervigen Knaller absieht.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Seret - Vishnitz Rebbe besuchte die Toldot Aharon in Mea Shearim

B"H

Jahrelang sahen sie sich nicht, doch jetzt besuchte der Seret - Vishnitz Rebbe aus Haifa den Toldot Aharon Rebbe in Mea Shearim (Jerusalem).



Zweiter von links: Der Toldot Aharon Rebbe David Kahn in der traditionellen gestreifen YERUSHALMI - Kleidung.




Mitte: Der Seret - Vishnitz Rebbe Eliezer Hager (ein Verwandter der Vishnitzer Rebben Familie Hager in Bnei Brak und Monsey / New York.


Vor fast drei Jahren schrieb ich eine kurze Erklärung zur Chassidut Seret - Vishnitz.

http://hamantaschen.blogspot.com/2007/04/chassidut-seret-vishnitz.html

Zwei kurze Andeutungen zu meinem damaligen Text:

Müsste ich viele meiner Artikel updaten, finde jedoch leider kaum Zeit dazu.
Vishnitz sowie Seret - Vishnitz akzeptieren neue Mitglieder, doch ist die Aufnahmeprozedur, wie fast in jeder chassidischen Gruppe mit Bedingungen verbunden. Wer diesbezüglich Fragen hat, kann diese gerne stellen.


Argumente für und gegen religiöse zionistische Aktivitäten

 

Alle Photos HIER !

Mittwoch, 24. Februar 2010

Purim in Mea Shearim

B"H

Die folgenden Photos erhielt ich per e - mail !




Zwei Toldot Aharon Chassidim




Montag, 26. Oktober 2009

Yoelish Krauss (Kroisz) verhaftet

B"H

Am gestrigen Sonntag verhaftete die israelische Polizei den Toldot Aharon Chassid sowie fuehrendes Mitglied der Neturei Karta in Mea Shearim, Yoelish Krauss (Kroisz).
Folgend dem TV - Bericht über die Toldot Aharon wird er nun von einer Frau beschuldigt, dies am vergangenen Sukkot mit einem Spray bespritzt zu haben, denn die Frau missachtete die üblichen Anstandsregeln auf der Straße.

Details bei Yeshiva World !

Mittwoch, 7. Oktober 2009

"Anstandsbrücke" in Mea Shearim

B"H


Diese Woche finden täglich die Simchat Beit HaShoeva Feierlichkeiten in der chassidischen Gesellschaft statt. Chabad hat große Feiern im jüdischen Teil der Jerusalemer Altstadt; gleich neben ihrer "Zemach Zedek Synagoge" im Cardo.


Die wahren Feiern aber laufen nicht in der Altstadt, sondern in Mea Shearim. Für Juden sind dort sämtliche Synagogen geöffnet und trotz stetiger Enge herrscht eine tolle Atmosphäre.
Die Toldot Aharon haben eine neue Synagoge. Sind die nötigen Spendengelder also doch zusammen gekommen. Aber ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, denn der Neubau ist noch längst nicht fertig. Wie bei Vishnitz in Bnei Brak hat man nun zwei Frauenemporen auf unterschiedlichen Stockwerken, denn die Mitgliederzahl der Gruppe wächst.
Die populärsten Feiern dieser Tage in Mea Shearim sind die der chassidischen Gruppen Toldot Aharon sowie von Karlin - Stolin. Ich bin heute nach Tel Aviv heimgekehrt und werde mich nach Bnei Brak hinausbewegen, um die dortigen Feiern anzuschauen. Vor allem bei Vishnitz, Biale oder Sadigura.


Die beiden unteren Photos zeigen die sogenannte "Anstandsbrücke" in Mea Shearim. Schon im vergangenen Jahr wurde sie von den Toldot Aharon für die Sukkot - Feiertage genau zwischen der großen Breslover Synagoge und dem Gebäude der Toldot Aharon platziert. Einige Straßen Mea Shearims sind an Sukkot abends nach Geschlechtern getrennt. Eine Tatsache, an die man sich schnell gewöhnt. Auch daran, dass der Menschenandrang von privaten Sicherheitsleuten kontrolliert wird. Letztere dienen sozusagen als AMPEL. Wenn die Männer passieren, müssen die Frauen anhalten und umgekehrt.


Die Brücke ist dieses Jahr, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, mit weissen Laken oder weissem Plastik verhängt. Die Männer gehen über die Brücke, die Frauen (siehe Schild) untendurch.


Den wahren Sinn der Brücke habe ich bis heute nicht begriffen. Am Brückenende stossen eh die Geschlechter wieder aufeinander und außer diverser interner Politik hat die Brücke keinerlei Bedeutung




 

Donnerstag, 23. Juli 2009

Kein "Münchhausen Syndrom"

B"H

Am Mittag soll der Bericht offiziell vorgestellt werden, doch der staatliche Rundfunksender "Kol Israel" machte alles schon in der vergangenen Nacht öffentlich:


Laut dem Psychiater Dr. Yaakov leidet die wegen Kindesmisshandlung verhaftete Mutter aus Mea Shearim NICHT am Münchhausen Syndrom !
Dr. Weil traf sie Frau dreimal und stellte Untersuchungen an.
Weiter erklärt Dr. Weil: Die Frau stellt KEINERLEI Gefahr für ihre Kinder dar und sei absolut gesund und zurechnungsfähig !

Im Laufe des heutigen Tages findet eine erneute Anhörung vor dem Jerusalemer Gericht "Beit Mishpat HaShalom" statt und Richterin Shulamit Dotan wird entscheiden, wie es mit der Mutter und dem Kind weitergehen wird.

Aktuelle Pashkevilim (Mitteilungsposter)

Die Wände Mea Shearims und anderer ultra - orthodox. Viertel sind immer zugeklebt mit diversen Mitteilungspostern, welche PASHKEVILIM genannt werden. Hier die aktuellen davon, welche sich ausschliesslich mit der wegen Kindesmisshandlung verhafteten Mea Shearim Mutter beschäftigen:

Der obere Pashkevili: Das Beit Hadassah Ein Kerem Hospital wird verglichen mit den Taten von Dr. Joseph Mengele (Mörder von Auschwitz). Auf dem unteren Teil des Posters wird mitgeteilt, dass das Kind Chaim Yehudah Leib ben Yente Markovitz nach wie vor vom Hadassah Krankenhaus als "Geisel" gehalten wird.

Der Familienname lautet Markovitz.
Soweit bekannt, ist der Vater des Kindes Engländer, doch die Mutter (Yente) stammt aus einer angesehenen alten Yerushalmi (Jerusalemer) Familie, deren Familiennamen ich nicht in den Blog stelle. Den jetzigen Familiennamen hingegen nannte ich, denn er steht eh auf dem obigen Poster !


Vorwürfe des Versagens gegen das "zionistische" Hadassah Ein Kerem Hospital


Hadassah Ein Kerem handelt genauso wie Dr. Joseph Mengele. Das Krankenhaus praktiziere Menschenversuche (wie an dem kleinen Jungen, zum Beispiel).


Die verhaftete Mutter wurde beschuldigt, vom Münchhausen Syndrom befallen zu sein, was jedoch gestern vom Psychiater Dr. Yaakov Weil widerlegt worden ist.



Unfähige Ärzte

Viele Mitglieder der haredischen Gesellschaft behaupten nach wie vor, der Junge leide an einer seltenen Krankheit, welche das Krankenhaus nicht rechtzeitig entdeckte. Nachdem die Mutter drohte die Sache publik zu machen, startete das Krankenhaus die Ermittlungskampagne gegen die.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Update: Die unter Hausarrest stehende Mea Shearim Mutter

B"H

Die Online Site HAREDIM berichtet heute, dass das Hadassah Ein Kerem Hospital seine Meinung änderte und nun doch nicht das Kind freigeben will. Jedenfalls nicht solange, bis dass ein richterlicher Beschluß erfolgt, was voraussichtlich erst morgen (Donnerstag) der Fall sein wird, denn dann findet eine neue Anhörung bei Richterin Shulamit Dotan statt. Das Hadassah Krankenhaus täte es lieber sehen, wenn der 3 - jährige Junge zur weiteren Behandlung in das "Schiba" - Krankenhaus in Tel HaShomer gebracht werden würde.


Der Junge vor zehn Monaten
Photo: Haredim.CO.IL

In der Zwischenzeit trafen sich Polizeiabgesandte mit Vertretern der antizionistischen Dachorganisation Edah HaCharedit sowie einer derer führenden Rabbis, Rabbi Shlomo Pappenheim, um weitere Anspannungen abzuwenden. Rabbi Pappenheim gehört ebenso der Chassidut Toldot Aharon an. Jener Gruppe, welche die in Batei Hungarin (Hinterhof in Mea Shearim) wohnende angeklagte Mutter auch angehört.

Bei den Abgesandten der Polizei handelte es sich um Bruno Stein, Eli Teier und Roni Cohen. Von der Edah waren neben Rabbi Pappenheim auch Rabbi Yaakov Roth sowie Rabbi Shimon Weiss anwesend. Der Leiter der Jerusalemer Polize, Aharon Franco, war nicht mit von der Partie und die Edah HaCharedit wirft ihm Ignoranz und Desinteresse vor. Die Edah sowie die Polizei wollen weitere Ausschreitungen vermeiden.

Und nun kommen wir zu einer völlig neuen Meldung:

KIKAR.NET berichtet, dass die "misshandelnde" Mutter gar nicht misshandelt hat !

Kikar.Net zufolge stellten die Hadassah Ärzte die künstliche Ernährund des Kindes selbst ein. Weiterhin behauptet Kikar.Net geheime Dokumente zugespielt bekommen zu haben, welche die angeklagte Mutter in einem unschuldigen Licht erscheinen lassen und das Krankenhaus die Schuld trage.

Der medizinische Bericht



Im Stundentakt erfolgen die News zu diesem Fall, welcher in Israel nach wie vor heiß diskutiert wird. Die Frage bleibt, wem man überhaupt noch was glauben kann; und falls ja, wieviel ?


Die derzeitigen News lauten, dass es mitterweile zwei Lager gibt, die sich bekämpfen. Nein, nicht die Haredim gegen die Säkuleren, sondern vielmehr die Edah - Vertreter David Schmidel und Avraham Freulich gegen den Toldot Aharon Rebben David Kahn sowie den Vermittler Yaakov Litzman (Chassidut Gur). Die Edah - "Fundamentalisten" wollen die Mutter abschirmen und keine psychologischen Behandlungen zulassen.

Ehrlich gesagt, weiß ich oft schon gar nicht mehr, wo ich mit den Berichten beginnen soll. Manche Leser mögen meinen, dieser Blog bestehe nur noch aus dem einen Fall. Mag sein, doch wer etwas lernen will, der tut dies anhand des Falles. Einiges an Realität und Politik zumindest.



Der Vermittler Yaakov Litzman (links) mit Chassidim der Toldot Aharon
Photo: Haredim

Richterin Dorner will gegen Presse ermitteln

B"H

Richterin Dalia Dorner versus israelische Presse:

http://hamantaschen.blogspot.com/2009/07/richterin-dorner-versus-presse.html

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Da sich fast stündlich weitere News ergeben, dauert es mit meinem Update zur Mea Shearim Mutter etwas. Innerhalb der folgenden zwei Stunden wird es jedoch in den Blog gestellt werden !

Dienstag, 21. Juli 2009

Medizinischer Bericht

B"H

Diesen medizinischen Bericht bekam ich heute per Mail zugesandt. Der Bericht wurde erstellt von Dr. Michael Weintraub und leider sind viele Buchstaben zu klein als dass ich viel erkennen konnte.

Im Februar 2009 soll der misshandelte Junge etwas mehr als acht Kilogramm gewogen haben und über ständige Bauchschmerzen geklagt haben. Weiterhin sind verschiedene Medikamente aufgeführt.


Update: Die wegen Kindesmisshandlung angeklagte Mutter aus Mea Shearim

B"H

Ehrlich gesagt, weiss ich nicht mehr, wem ich noch glauben soll. Seit genau einer Woche hackt besonders die säkulere israelische Tageszeitung "Yediot Acharonot" auf den Haredim sowie der jetzt unter Hausarrest stehenden Mea Shearim Mutter herum und heute veröffentlichte die gleiche Zeitung Privatphotos aus dem Photoalbum besagter Familie.

Wie das ?
Hinzu kommt, dass die vier weiteren Kinder der Frau mit der Zeitung sprachen und zum Ausdruck brachten, dass sie ihre Mutter vermissen und für sie beten.
Da verstehe einer die Welt !

Yediot verfügt offenbar überhervorragende Beziehungen.

Aber nicht nur das geschieht in dem Fall:
Zuviele Personen sind meines Erachtens nach involviert. Da ist zum einen der Sprecher der Mutter, David Zilberschlag, zum anderen derjenige, bei dem sie ihren Hausarrest verbringt, Rabbi Avraham Freulich (Frohlich), der zu den antizionistischen Briskern (dem antizionistischen Zweig der Soloveitchik Familie) gehört.


Zu Brisk habe ich bisher kaum berichtet und muss dies noch irgendwann nachholen. Nur soviel: Das derzeitige Oberhaupt der antizionistischen Dachorganisation "Edah HaCharedit", Rabbi Yitzchak Tuvia Weiss, zählt sich ebenso zu Brisk. Genauso wie ein weiterer "Mutter - Vertreter" namens David Schmidel.


Schmidel ist in Mea Shearim bekannt wie ein bunter Hund, denn er ist verantwortlich für die "Chevrat Kadischa - Bestattungen" und zog schon so manche Demo ab, wenn es weltweit um die Zerstörung jüdischer Friedhöfe ging.

Weiterhin stellte die Chassidut Gur ihren Knessetrepräsentanten Yaakov Litzman (stellvertretender Gesundheitsminister) zur Verhandlungsverfügung. Angeblich soll Litzman auch die Kaution für die Mutter gestellt haben. Manche behaupten andererseits, es sei Schmidel gewesen.

Gestern nun fand ein weiterer Anhörungstermin vor Gericht statt und die Mutter wurde zu einer psychologischen Beratung verdonnert. Dies lehnte sie ab, da die Edah HaCharedit sich ausdrücklich gegen zionistische Beschlüsse aussprach. Dann aber schritt der Rebbe der Toldot Aharon ein; jener chassidischen Gruppe, welcher die angeklagte Mutter angehört. Rebbe David Kahn überredete die Mutter den gestern abend stattfindenden Termin bei Psychiater Dr. Yaakov Weil wahrzunehmen. Gegen den Willen der Edah und nun liegen Rebbe und die Edah im Clinch.

Ein jeder des "Beratungsteams" hat seine bestimmte Aufgabe, wobei Freulich als Vermittler zwischen Jerusalems Bürgermeister und der Edah betrachtet wird. Bis Donnerstag bleibt die Mutter noch unter Hausarrest. Unterdessen verkündete das Hadassah Ein Kerem Hospital, dass der misshandelte Junge auf dem Wege der Besserung sei und schon über neun Kilogramm wiege. Er könne bald entlassen werden.

Diese Entscheidung wurde nach einem Treffen zwischen Rabbi Tuvia Weiss und dem Leiter des Hadassah - Krankenhauses, Prof. Shlomo Mor Yosef bekannt gegeben. Seitens der Edah HaCharedit soll es massive Drohungen gegen das Krankenhaus gegeben haben und das Krankenhaus selbst erhöhte die Anzahl seines Wachpersonals. Viele Haredim folgen dem Edah - Aufruf, das Hadassah - Krankenhaus zu boykottieren und, unter anderem, lieber ins Shaarei Zedek - Krankenhaus zu wechseln.

Der Toldot Aharon Rebbe David Kahn gab weiterhin bekannt, dass seine Chassidim an keinerlei weiteren "Pro - Mutter - Demos" teilnehmen werden.

Bemerkenswert, dass der Rebbe endlich einmal ein Machtwort sprach ! Der ganze Fall ist eh schon zum Lokalpolitikum geworden, dennoch ist der Fall weiterhin Nr. 1 in der israelischen Presse.

Soweit zu den letzten Fakten und man muss die Untersuchungsergebnisse des Psychiaters Dr. Weil abwarten.

Fahrt durch Mea Shearim Street

Fahrt durch das ultra - orthodoxe Mea Shearim in Jerusalem.
Das Einzige, was störend wirkt, ist die im kurzen (unanständigen) Rock gekleidete Besucherin.

Montag, 20. Juli 2009

Update zum Fall der wegen Kindesmisshandlung angeklagten Mea Shearim Mutter

B"H

Gestern, am Spätnachmittag, hatte die wegen Kindesmisshandlung angeklagte Mea Shearim Mutter einen weiteren Anhörungstermin vor einem Jerusalemer Gericht. Richterin Shulamit Dotan setzte für heute (Montag) einen weiteren Termin an. Dieser sollte am Morgen stattfinden, doch da Rabbi Frohlich, bei dessen Familie besagte Mutter unter Hausarrest steht, aus persönlichen Gründen keine Zeit hat, wurde der Termin auf den Nachmittag (16.00 Uhr) angesetzt.

Es heißt, die Toldot Aharon - Frau sei bereit, sich in sofortige psychologische Behandlung zu begeben. Wenn möglich, soll eine erneute Gefängnishaft vermieden werden. Richterin Dotan soll heute darüber entscheiden und falls diese Entscheidung "erneute Haft" lauten sollte, sind weitere haredische Demos zu erwarten.

Der Fall wird in Israel heiß diskutiert und leider sehen die Leute nur eine Seite der Medaille. So jedenfalls wird es ihnen in der Presse präsentiert. Die Haredim fühlen sich verunglimpft, denn immer heißt es "die Haredim", ohne darauf aufmerksam zu machen, dass keineswegs die gesamte Gesellschaft beteiligt ist. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat schürt die Kluft, denn er will sämtliche Bewohner Mea Shearims verklagen. Sie sollen die beschädigten Ampeln etc. zahlen. Mea Shearim hingegen schmiss ihm Tonnen von Müll vor das benachbarte Bildungsministerium (Kreuzung Mea Shearim / Shivtei Israel Street).

Jeder meint mittlerweile, in Foren berichten zu müssen, er sei ein Nachbar der Frau und kenne sie. Sollte die Frau in Mea Shearim oder dem Toldot Aharon Hinterhof leben, ist keiner der Kommentare in den Foren wahr. Jene Leute verfügen 1. über kein Internet gescheige denn PC - Kenntnisse und 2. sind sie der englischen Sprache nicht mächtig. Gruppen, die der "Edah HaCharedit" angeschlossen sind, unterrichten ihre Schulkinder nicht in der englischen Sprache.

Sonntag, 19. Juli 2009

Photos von den Demos in der vergangenen Woche

B"H

Weitere Photos von den haredischen Demos der vergangenen Woche in Jerusalem:


http://hnn.co.il/gallery7906.html